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Warum arrogante Chefs versagen?

Vertrauen und Glaubwürdigkeit in der Mitarbeitermotivation

Gerade zu jetzigen wirtschaftlich nicht leichten Zeiten bekommt die Mitarbeitermotivation eine besondere Bedeutung. Es werden Seminare angeboten, Schulungen durchgeführt, verschiedene Systeme erarbeitet und vieles mehr. Geblendet von den vielseitigen Methoden und Theorien vergessen oft die Führungskräfte, dass alles schön und gut wäre, vorausgesetzt das notwendige Vertrauen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern ist gegeben. Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Mitarbeitermotivation
Gefahr der Mitarbeitermotivation

Vieles, was man so alles in Bezug auf Mitarbeitergespräche lernt ist definitiv richtig und gut gemeint. Leider ist der Anteil der Manipulation in diesen Sachen viel zu hoch. So mancher Manager, geblendet von eigener Überlegenheit, glaubt, dass der Mitarbeiter nicht unbedingt sein Spiel versteht oder durchschaut. Und so wird weiter überzeugend geredet und sogar das eine oder andere Ergebnis erreicht: der Mitarbeiter sagt „Ja“ zu Änderungen, ob im Tätigkeitsbereich, in der Vergütung oder einfach beim Personalentwicklungsgespräch. Der Manager geht aus dem Gespräch mit einem hohen Selbstlob und fühlt sich wieder als der große Sieger. Dabei hat er womöglich viel mehr verloren, und zwar unwiderruflich. Warum? Er hat die eigene Glaubwürdigkeit bei diesem Gespräch völlig verloren. Er hat das Wichtigste verloren, was zwischen Menschen geschätzt wird – das Vertrauen. Und deswegen war sein Gesprächsergebnis nur vermeintlich positiv. Der Mitarbeiter hat zugestimmt, weil er verstanden hat – hier wird geschummelt, ich kann mich nicht wehren, ich muss leider zustimmen, aber ich weiß jetzt, mit wem ich zu tun habe – mein Vorgesetzter hat versucht mich übers Ohr zu hauen, also habe ich auch das Recht mit meinen vorhandenen Mitteln mit ihm das Gleiche zu machen. Diese Erkenntnis wird oft gar nicht wörtlich gedacht oder ausgesprochen – es bleibt ja so ein Gefühl da, so ein Beigeschmack, welches nie wieder weg sein wird. Und ab diesem Zeitpunkt startet der Abgang der Mitarbeitermotivation.

Vertrauen als Voraussetzung für gute Geschäfte

Warum ist das Vertrauen so wichtig? Alle Geschäfte, auch im B2B-Bereich, werden trotzdem zwischen den Menschen gemacht. Ein Unternehmen kann und soll Superorganisationen mit ausgefeilten Prozessen haben und so perfekt geordnet sein, aber wenn der Mensch zu kurz kommt und nicht mit echtem Respekt behandelt wird, dann hat man vieles verloren. Der Mensch ist immer ein Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens, der wichtigste Teil des Unternehmensmanagements. Keine Organisationsstruktur wird ihn jeweils ersetzten können.

Ich kenne Führungskräfte, die eigene Mitarbeiter statt mit „Guten Morgen“ mit dem merkwürdigen Ausdruck „Na und?“ begrüßen. Dabei fällt mir oft ein, dass ein Manager, der besonders arrogant zu seinen Mitarbeiter steht, oft das größte Problem mit sich selbst hat. Seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe sind meistens der Grund für so ein Verhalten. Je höher versucht ein Manager sich über Mitarbeiter zu stellen, umso größer seine eigene Unsicherheit. Die Mitarbeitermotivation sinkt.

Der Teufelskreis der Arroganz

So kommt man in einen Teufelskreis. Der Manager ahnt, dass die Mitarbeiter ihn nicht respektieren, will es jedoch gegenüber sich selbst nicht zugeben und wächst so weiter in seiner Überheblichkeit und Arroganz. Die Mitarbeiter merken es natürlich auch und der Respekt und die Motivation sinken weiter. Am Ende gehen die Leute oder müssen gegangen werden. Das Betriebsklima wird zunehmend schlechter, was am Ende den Einfluss auf Arbeitsproduktivität und schließlich auf das Unternehmensergebnis hat. Die Arroganz kostet viel Geld. Die psychopathischen Züge und Minderwertigkeitskomplexe der Führungskräfte kommen einem Unternehmen wirklich sehr teuer zu stehen. Dies sind die schlimmsten Schläge für Mitarbeitermotivation.

Bevor ein Manager einen Mitarbeiter sehr arrogant entgegen kommt, muss er sich überlegen, inwiefern ist es berechtigt. Es macht Sinn sich selbst zu fragen, ob man diese Tätigkeit auch beherrscht und sich selbst eine ehrliche Antwort zu geben. Kann ich wirklich so gut (oder überhaupt) putzen? Bin ich in der Lage bei der Auftragseingabe diese Geschwindigkeit zu erreichen? Kann ich selbst so gut die Werbung gestalten? Dabei wird einem gesunddenkenden Menschen klar: nein, ich kann weit und breit diese Tätigkeit nicht so gut machen, ich habe es nicht gelernt, ich habe hier keine so große Erfahrung, schließlich mag ich diese Tätigkeit überhaupt nicht. Dann entsteht eine echte Grundlage, diesem unterstellten Mitarbeiter den notwendigen Respekt gegenüber zu bringen. Und noch wichtiger, es wird ehrlich gemeint und erscheint daher sehr glaubwürdig. Es gibt nichts Besseres für Mitarbeitermotivation als die Wertschätzung des Vorgesetzen.

Der Klassenkampf im Unternehmen

Wenn ein Mitarbeiter eines Tages von dem Chef folgende Aussage hört – Gott sei Dank, ich habe Sie und Sie können mir wirklich gut in dieser Sache helfen, ich könnte es nie selber machen – dann ist der Mitarbeiter wesentlich mehr beflügelt, als durch eine Gehaltserhöhung. Jede Tätigkeit muss mit Respekt behandelt werden. Wenn im Unternehmen eine unausgesprochene Teilung in Blue Collar und White Collar durch Führungskräfte entsteht, dann bilden sich Klassen. Hinterher folgt der Klassenkampf und hinter Klassenkampf? Na ja, so weit will ich nicht denken, es wäre ja in diesem Zusammenhang womöglich übertrieben.

Ich behaupte hier nicht, die Führungskräfte dürfen nur lieb und nett sein. Jede erfahrene Führungskraft hat zumindest gelernt – es sind viele Werkzeuge in dem Werkzeugkasten eines Managers vorhanden – Lob und Tadel sind nur ein kleiner Teil davon. Viel mehr geht es hier zu verstehen, dass Chef und Mitarbeiter beide Menschen sind. Dementsprechend soll die menschliche Basis für eine Beziehung auf den allgemein üblichen Menschennormen basieren. Klar, die Leistung, die ein Mitarbeiter erbringt, kann nie ideal sein. Die Ansprüche wachsen immer. Das, was gestern OK war, erscheint heute als nicht genug. Das liegt in der Natur des Kapitalismus – wir brauchen immer mehr. Wie leicht es dabei ist, das richtige Maß aus den Augen zu verlieren, wissen Viele. Die Arbeitsproduktivität hängt jedoch unmittelbar mit der Mitarbeitermotivation zusammen.

Vorsicht – Ja-Sagen der Mitarbeiter

Die Führungskräfte verlangen immer mehr von den Mitarbeitern und verpassen oft den Zeitpunkt oder den Leistungsumfang, welches einen Schwellenwert für Mitarbeiter darstellt. Ab hier fühlt ein Mitarbeiter sich missbraucht und seine Leistung beginnt zu sinken. Es ist oft nicht zu sehen. Der Mitarbeiter ist so freundlich wie noch nie, sagt zu allem „Ja“. Im Hintergrund hat er aber seinen Spaß an der Arbeit längst verloren und den Respekt zu seinen Vorgesetzten auch. Die angebliche Freundlichkeit und das Ja-Sagen sind nur ein Schirm, hinter dem steckt „Lass mich in Ruh“: ich glaube überhaupt nicht mehr an deine hübschen Erzählungen, mein lieber Chef, es ist mir völlig wurscht, ob deine Befehle richtig sind, ich mache, was du willst, mir ist es egal.

Und so verschwindet nicht nur die Mitarbeitermotivation, sondern auch das Feedback. Der Chef wird nie mehr erfahren wie die Dinge wirklich stehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, der Chef hat ein Teil seines geschäftlichen Navigationssystems kaputt gemacht. Das Weltbild, was er ab jetzt bekommt, entspricht nicht mehr der Realität. Er hat das Gefühl, seine Konzepte werden gut realisiert, dabei sieht er nur den Schein, es verläuft alles im Sand, die Ergebnisse werden getäuscht und schön geredet. Das ist der Anfang des Endes für den Chef – die echten Ergebnisse bleiben ihm womöglich weit weg.

Die Malerin des Bildes ist Anastasia Klunina

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