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Немецко-русский круглый стол в Гамбурге 03 июня 2019
Deutsch-russischer Round Table

Dass Russland nicht nur ein großer Markt, sondern auch ein attraktiver Standort für deutsche Unternehmen ist, wurde erneut deutlich bei dem Deutsch-Russischen Round-table, den hochrangige Beratungsgesellschaften in Hamburg organisiert haben: die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, vertreten durch Rechtsanwältin Anna Bashkova, EXPANDEERS global network GmbH, vertreten durch Michael Fisahn-Reinhard und Gerrit Stroomann und Dr. Gabriele Kötschau, „Wirtschaftskooperationen West-Ost“.

Немецко-русский круглый стол 3 июня 2019
Deutsch-russischer Round Table

Über 30 Teilnehmer nahmen an dem Arbeitstreffen teil, um über die wirtschaftliche Situation und Entwicklung Russlands sowie die Chancen für deutsche Unternehmen zu informieren, die Interesse an einer Kooperation mit und Investitionen in der Russischen Föderation haben. Hierzu gehörten die allgemeine Wirtschaftslage in Russland ebenso wie konkrete Optionen für Investitionen und die Expansion einer bestehenden Geschäftstätigkeit in Russland. Von großem Wert sind stets die Erfahrungsberichte deutscher Unternehmen, die bereits vor Ort tätig sind sowie Fragen der Sicherung von Auslandsinvestitionen und die Besonderheiten der russischen Geschäftsmentalität.

Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Russland betrug im Jahr 2018 rund 62 Mrd. € bei einem Anstieg von knapp 15% gegenüber dem Vorjahr. Die Marktentwicklung verläuft inzwischen wieder relativ stabil, wenn auch noch ein Viertel unter dem Niveau von 2012 mit einem Handelsvolumen  von  80,5 Mrd. €. Das größte wirtschaftliche Problem Russlands liegt in der noch immer mangelnden Diversifizierung der russischen Wirtschaft, dem gefallenen Ölpreis und der Rubelschwäche.  Die westlichen Sanktionen treffen Russland dagegen überwiegend im Bereich der Finanzsanktionen.

Немецко-русский круглый стол - Генеральный консул Андрей Шарашкин - санкции вредят немецкому бизнесу
Generalkonsul Russlands in Hamburg – Andrei Sharashkin


Der russische Generalkonsul Andrei Sharashkin hat in seiner Rede erwähnt, dass Russland nicht als Land, sondern eher als Kontinent zu sehen sei. Auf der staatlichen Ebene habe Russland inzwischen wirkungsvolle Instrumente zur Stärkung der Wirtschaft entwickelt, auch durch Sonderverträge für ausländische Investoren, aber auch durch Vereinfachung und Beschleunigung der administrativen Entscheidungswege. Das sei vor allem wichtig für ausländische Unternehmen, die sich an staatlichen Ausschreibungen für öffentliche Aufträge beteiligen wollen. Ein Unternehmen müsse hierfür als russisches Unternehmen registriert sein.

Сергей Никитин - российская торгово-промышленная палата в Берлине - санкции против России
Sergei Nikitin – Leider der Repräsentanz der russischen Handels- und Industriekammer in Berlin

Unternehmen wie Claas oder Daimler, die bereits durch ihre starken Tochterunternehmen erfolgreich in Russland arbeiten, haben diese Möglichkeiten ergriffen und nutzen sie für die weitere Entwicklung ihrer Produktionskapazitäten. Sie sehen die Sanktionen gegen Russland als eine Chance für eine verstärkte Produktion vor Ort. Die russischen Unternehmen,  staatliche und private, nehmen die westlichen   Sanktionen zum Anlass, neue Lieferanten zu suchen, vor allem in den BRICS-Staaten, und  verstärkt eigene Produktionen  aufzubauen in bisher vernachlässigten Bereichen. Das gibt auch  ausländischen Unternehmen mit Sitz in Russland zusätzliche Absatzmöglichkeiten und trägt zur Attraktivität russischer Regionen als Standort bei. Generalkonsul Andrei Sharashkin betonte, dass die Sanktionen mehr dem deutschen Mittelstand schadeten, die früher nach Russland exportiert hätten; das gelte besonders für den Maschinenbau.

Dr. Sergey Nikitin, Leiter der Repräsentanz der russischen Handels- und Industriekammer in Berlin, zeigte in seinem Bericht zahlreiche Möglichkeiten für deutsche Unternehmen auf, die in Russland tätig werden möchten.

Gabriele Kötschau „Wirtschaftskooperationen West-Ost“

Dr. Gabriele Kötschau, Inhaberin des Beratungsunternehmens „Wirtschaftskooperationen West-Ost“, berichtete aus ihren Erfahrungen als Leiterin der Vertretung der Handelskammer Hamburg in St. Petersburg und betonte die Notwendigkeit einer guten Vorbereitung für wirtschaftliche Tätigkeit in Russland. Sie verfügt über ein breites Netzwerk in Russland und Deutschland und darüber hinaus und berät und begleitet deutsche Unternehmen nach Osteuropa, und umgekehrt.

Экономический юрист Анна Башкова для  немецких предприятий в России
Wirtschaftsjuristin Anna Barashkova

In ihrem Vortrag unterstrich die Wirtschaftsjuristin Anna Barashkova von der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH die Chancen deutscher Unternehmen in Russland und hob vor allem das Erfordernis einer gründlichen Vorbereitung hervor, was rechtliche Fragen der Vertragsgestaltung betrifft. Hierzu gehört auch die rechtliche Absicherung von Investitionen. Dafür würden erfahrene Rechtsanwälte benötigt, die beide Rechtssysteme detailliert kennen.

Herr Gerrit Stroomann, Managing Partner von Expandeers, stellte sein Unternehmen vor und erläuterte die Möglichkeiten, wie sein Unternehmen den deutschen Mittelstand beim Markteinstieg in Russland, aber auch in viele andere Länder der Welt sinnvoll unterstützen könne. Expandeers verfügt über ein weltweit breites Netz an erfahrenen Partnern.

Мирко Новак  - группа компаний LUNO - санкции мешают немецкому бизнесу
Mirco Nowak – LUNO

Einig waren sich die Teilnehmer des Runden Tisches darüber, dass ausländische Unternehmen eine gute Vorbereitung benötigen, um auf dem russischen Markt erfolgreich tätig zu sein. Dazu gehören nicht nur gute Markt- und Wettbewerbsrecherchen, Kenntnisse der geographischen Verteilung der russischen Wirtschaftscluster, sondern auch ein solides Wissen hinsichtlich relevanter Rechtsfragen und Fragen der Geschäftskultur und Mentalität der russischen Geschäftspartner und Mitarbeiter.

Auch Mirco Nowak berät mit seinem Hamburger Unternehmen LUNO russische Manager und stattet russische Krankenhäuser mit Medizintechnik aus. Durch die Sanktionen hätten sich viele russische Unternehmen gegründet, und seien unterstützt worden. Trotzdem stünden die Russen Deutschland immer noch sehr positiv gegenüber.

Ольга Смокотова - консультант по вопросам ведения бизнеса в России для немецких предприятий
Olga Smokotova – russische Personal- und Kommunikationsberaterin

Interessant für Unternehmen auf dem Weg in ein anderes Land sind stets die Erfahrungsberichte bereits vor Ort tätiger Firmen. So konnte Murat Yucel, Direktor für den internationale Bereich der Flensburger Meesenburg-Gruppe, von zahlreichen guten Erfahrungen in Russland berichten, machte jedoch auch auf Herausforderungen aufmerksam. Hierzu gehören insbesondere Kursverluste und steuerliche administrative Probleme.

Немецко-русский круглый стол в Гамбурге 3 июня 2019
Deutsch-russischer Round Table in Hamburg – Dachterasse

Vor allem die sogenannten „Soft-skills“ seien in der Zusammenarbeit mit Russland nicht zu vernachlässigen. Dies stellte Olga Smokotova, russische Personal- und Kommunikationsberaterin, in ihrer lebendigen Präsentation zum Thema „Entwicklung der Geschäftskultur in Russland in den letzten 30 Jahren“ prägnant und verständlich dar. Die Fragen der interkulturellen Kommunikation und ein professionaler Umgang mit der russischen Mentalität seien zentrale Erfolgskriterien in Russland. So sollten in jeden Fall strategische Personalentwicklung und multikulturelles Training Teil des Vorbereitungsprogramms eines jeden deutschen Unternehmens sein, das ernsthaft in und mit Russland kooperieren möchte.

In entspannter Atmosphäre auf der schönen Dachterrasse mit dem Blick über Hamburg konnten die Gespräche fortgesetzt und Kontakte geschlossen und intensiviert werden.

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